Material
V2A oder V4A — welcher Edelstahl gehört an mein Geländer?
V2A reicht für die meisten Geländer im Binnenland, also auch im Bröltal und im Rhein-Sieg-Kreis. V4A enthält zusätzlich Molybdän und widersteht Chloriden deutlich besser — nötig in Küstennähe, an Schwimmbädern, an stark gestreuten Straßen und überall dort, wo Salz ins Spiel kommt. Der Aufpreis liegt spürbar, aber nicht dramatisch höher.
Der Unterschied in einem Satz
Beide sind nichtrostende Chrom-Nickel-Stähle. V4A enthält zusätzlich rund zwei Prozent Molybdän, und dieses Molybdän ist genau das, was den Werkstoff gegen Chloride — also Salzverbindungen — widerstandsfähig macht.
| V2A (z. B. 1.4301, 1.4307) | V4A (z. B. 1.4401, 1.4404, 1.4571) | |
|---|---|---|
| Typischer Einsatz | Geländer, Handläufe, Tore im Binnenland | Küste, Schwimmbad, Streusalzbereich, Industrie |
| Beständigkeit gegen Salz | begrenzt | hoch |
| Materialpreis | Referenz | spürbar höher |
| Optik | identisch | identisch |
| Verarbeitung | Standard | anspruchsvoller |
Optisch sind die beiden nicht zu unterscheiden. Achten Sie deshalb darauf, dass im Angebot die genaue Werkstoffnummer steht — dann wissen Sie, was verbaut wird, und können Angebote sauber vergleichen.
Was das für das Bröltal heißt
Wir sind hier rund 200 Kilometer von der Küste entfernt. Salzhaltige Luft ist kein Thema. In den allermeisten Fällen ist V2A die richtige und wirtschaftlich sinnvolle Wahl.
Es gibt Ausnahmen, und die sind konkret:
- Geländer direkt an stark gestreuten Straßen. Im Winter wird Salzsole aufgewirbelt und legt sich auf alles im Spritzbereich.
- Schwimmbäder und Whirlpools, auch private. Chlor greift V2A dauerhaft an.
- Landwirtschaftliche Umgebung mit Gülle- oder Silageeinwirkung.
- Direkt an Streugutlagern und Salzstreuern.
Flugrost ist fast nie ein Materialfehler
Die häufigste Reklamation bei Edelstahlgeländern sind kleine braune Punkte auf der Oberfläche. Das ist in aller Regel Flugrost: Eisenpartikel von außen — Bremsstaub, Funkenflug von einer Trennscheibe in der Nachbarschaft, Späne aus einer Bohrung — die sich auf dem Edelstahl festsetzen und dort rosten. Nicht der Edelstahl rostet, sondern der Fremdkörper auf ihm.
Das lässt sich entfernen, und danach ist die Oberfläche wieder in Ordnung. Wie das geht, steht im Beitrag Edelstahl pflegen.
Wichtig ist die Vermeidung bei der Fertigung: Edelstahl darf niemals mit demselben Werkzeug bearbeitet werden wie Baustahl. Eine Drahtbürste, die vorher an Stahl war, trägt Eisen ein und zerstört die Passivschicht. In unserer Werkstatt gibt es dafür getrenntes Werkzeug — das ist kein Perfektionismus, sondern der Unterschied zwischen einem Geländer, das sauber bleibt, und einem, das nach einem Jahr gesprenkelt ist.
Die Oberfläche entscheidet mit
Geschliffene Oberflächen (Korn 240) sind der Standard bei Geländern. Je feiner geschliffen, desto weniger Angriffsfläche bietet die Oberfläche für Ablagerungen. Gebürstete oder strukturierte Oberflächen sehen interessanter aus, halten aber mehr Schmutz fest.